Heidelbeeren – Anti Aging aus dem Wald

Bild Bigstock, Foto: dionisvera, Heidelbeeren - Mikrokosmos an Vitalstoffen

Den Sommer über, und bis in den Herbst hinein oft, kann man an den Heidelbeersträuchern, die vielfach den ganzen Boden der Wälder, bevorzugt der nördlichen Hemisphäre bedecken, die kleinen blauen Beeren finden. Dabei sind sie, die wild bei uns hier als die Art Vaccinium myrtillus gedeihen und sich marginal von der zumeist aus Amerika stammenden Kultur-Heidelbeere unterscheiden, nicht nur schmackhafte Natur und beliebte Zutat für Kuchen oder Süßspeisen, sondern auch randvoll mit Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen, die sich günstig auf unsere Gesundheit auswirken können.

In der Neuzeit erstmalig botanisch ausführlich erklärt wurde die Heidelbeere, die auch eng mit der Preiselbeere (Vaccinium vitis- idaea) verwandt ist, im 18ten Jahrhundert vom schwedischen Forscher Carl von Linne in seinem Werk Species Plantarum. Heute weiß man, dass die kleinen Beeren nicht nur Vitamine (vor allem Vitamin C) und Gerbstoffe, welche positiven Einfluss auf die Schleimhäute von Rachen und Verdauungstrakt haben können, sondern vor allem auch sogenannte Polyphenole enthalten. Es handelt sich hierbei um Pflanzenstoffe sekundärer Ordnung, die für die individuelle Farbgebung sorgen oder der Pflanze zum Schutz vor Schädlingen, Krankheit oder UV-Strahlung dienen. Anthocyane beispielsweise geben Weintrauben und Beeren ihre charakteristische rote bis blaue Färbung. Von diesen Stoffen weiß man heutzutage, dass sie der Hautgesundheit dienen können, Bindegewebe zu stärken in der Lage sind und auch das Gefäßsystem von innen schützen. Ebenfalls wurde mehrfach eine Blutzuckersenkung beobachtet. Anthocyane stärken, besonders gut in der „Symbiose“ mit Vitamin C, die körpereigene Abwehr, auch im fortwährenden Kampf gegen freie Radikale, die permanent in unserem Körper entstehen. Dieser umfassenden Wirkstruktur geschuldet finden Heidelbeer-Extrakte sehr regelmäßig Verwendung in den immer beliebter werdenden Anti-Aging-Produkten, die man in Apotheken, zunehmend aber auch im Internet oder in Drogeriemärkten angeboten bekommt.

Der Pflanzenstoff Pterostilben kommt in Heidelbeeren in höchster natürlicher Konzentration vor. Diese überaus spannende, mit dem Resveratrol eng verwandte Substanz, fungiert nicht nur als Radikalen-Fänger, sondern beeinflusst offenbar den gesamten Stoffwechsel maßgeblich. So soll Pterostilben den Cholesterinspiegel senken können und über eine Beeinflussung des Fettstoffwechsels sogar in der Lage sein, die Anlagerung von Fett zu hemmen sowie eine bessere Verbrennung dessen zu fördern. Man muss ehrlicherweise aber dazusagen, dass die relativ gesehen dennoch geringen Mengen des Wirkstoffs im Ausgangsprodukt keinen Anlass zu der Hoffnung geben, dass Heidelbeeren nun das ultimative natürliche Schlank-Produkt wären. Insgesamt aber sind die leckeren Beeren sicher eine außerordentlich gesunde Bereicherung für unsere Ernährung, Extrakte daraus auf jeden Fall eine Überlegung wert.
Was man bezüglich der Gerbstoffe beachten sollte, die sich nicht nur in der Beere, sondern in ähnlicher Konzentration auch im Blattwerk befinden (Heidelbeerblätter-Tee für die Darmschleimhäute): Sie können unter Umständen die Aufnahme von bestimmten Arzneimitteln abschwächen.

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