Meerrettich – die vielseitige Würz-Wurzel

Meerrettich verfügt über Scharfstoffe, die Verdauung und Stoffwechsel anregen Bild Bigstock, Foto: cegli - Meerrettich unterstützt Stoffwechsel und Verdauung

Seine Namensherkunft bleibt ein Mysterium, am wahrscheinlichsten ist vielleicht, dass der Meerrettich, der im süddeutschen und österreichischen Raum auch unter dem Namen „Kren“ bekannt ist, so heißt wie er heißt, weil er über das Meer zu uns kam. Die krautige und äußerst kälteresistente Pflanze gehört botanisch zu den Kreuzblütlern. Amoracia rusticana bringt zumeist bereits im Mai weiße Blüten hervor. Bevor es Pfeffer oder Chili bei uns gab, war der aromatische Meerrettich der einzig verfügbare kulinarische Scharfmacher. In der Küche und beim Grillen findet er heute vielfältige Verwendung, mittlerweile ist auch seine japanische Entsprechung, der grüne sogenannte Wasabi, weithin etabliert und bei Sushi-Essern äußerst beliebt.

Gesundheitlich wertvoll dank Scharf- und Vitalstoffen

Tatsächlich fand Meerrettich zuallererst in gesundheitlicher Hinsicht Verwendung – vermutlich im 10ten Jahrhundert. Damals wie heute wird der Charakter der Wurzel vor allem durch die Senfölglycoside bestimmt. Das sind die Scharfstoffe, die uns in der Küche mitunter die Tränen in die Augen treiben. Physiologisch haben sie vielfältige Funktionen. So wirken sie beispielsweise antibakteriell, harntreibend oder durchblutungsfördernd. Im Darm fördern sie die Enzym-Tätigkeit und wirken so Blähungen entgegen. Durch die verdauungsaktivierende Funktion unterstützt Meerrettich auch den natürlichen Entgiftungsprozess des Körpers. Die Atemwege profitieren ebenso von den Senfölen wie es die Gelenke bei äußerlicher Anwendung tun. Auch hier kommt der hyperämisierende Effekt zum Tragen. Man sollte allerdings die Reizwirkung nicht unterschätzen, die bei empfindlichen Menschen durchaus zu deutlichen Irritationen führen kann.
Außer den Scharfstoffen finden wir weitere wertvolle Pflanzenstoffe in der Wurzel. Flavonoide wie Quercetin gelten mittlerweile anerkannt als zellschützend. Sie haben einen gewissen „Reinigungseffekt“ und scheinen in der Lage, Körperzellen etwas weniger schnell altern zu lassen als von der Natur vorgesehen. Meerrettich enthält darüber hinaus eine bemerkenswerte Menge an Vitamin C. Dieser wasserlösliche Vitalstoff ist für uns Menschen essentiell. Er ist notwendig für das regelgerechte Funktionieren unserer Abwehr, Vitamin C stärkt unser Bindegewebe und verbessert die Aufnahme von Eisen.

Wer übrigens in den vollen Genuss der positiven Eigenschaften des Meerrettichs kommen möchte, der tut gut daran, die geriebene Wurzel möglichst rasch zu verarbeiten, da sich die Wirkung der potenten Öle ansonsten recht schnell verflüchtigt. Die quasi fettfreie und mit knapp 50 kcal. pro 100 g äußerst wenig „ins Gewicht fallende“ Wurzel unterstützt durch ihren aktivierenden Charakter einen gesunden und kalorienbewussten Lebensstil ideal.

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